Mit dem Ziel der Inklusion von Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten wurde von Professorin Amalia Barboza (Abteilung Künstlerische Wissenspraktiken, Kunstuniversität Linz) ein Mobiles Atelier entwickelt, um mit Strategien der künstlerischen Forschung kreative Praktiken von Schüler*innen an Mittelschulen zu erkunden. Ziel des Projektes ist es, Jugendliche, die keine Matura anstreben, für ein Kunststudium zu interessieren.
Dafür docken wir mit mobilen Angeboten direkt an die Mittelschulen an. In dem Mobilen Atelier werden nicht nur die „legitimen (anerkannten) Künste“, die an der Kunstuniversität studiert werden können, mit praktischen Übungen vorgestellt, sondern auch andere „illegitime Künste“ (Pierre Bourdieu), die aus den kreativen Alltagspraktiken der Jugendlichen selbst kommen, erhoben. Damit will das Projekt gezielt auf die kreativen Praktiken der Jugendlichen aufmerksam machen, um ihnen das Bewusstsein zu geben, dass genau diese Kreativität und ihre Expertise an der Kunstuniversität gesucht wird.
Das Projekt entstand bereits 2020 unter dem Titel „Mobiles Atelier für legitime und illegitime Künste“. Konzipiert war ein eigens gebauter, beweglicher Werkstattwagen, mit dem künstlerische Alltagspraktiken direkt an Schulen erforscht werden sollten — in Anlehnung an den „illegitimen Künsten“ (Pierre Bourdieu) und an die „Kunst des Handelns“ (Michel de Certeau). Erste Lehrveranstaltungen dazu fanden 2020/21 an der Kunstuniversität Linz statt, in denen erstes Material für das Projekt erarbeitet wurde. Das Projekt wurde von Anfang an in einer gegenüber der ursprünglichen Planung reduzierten Form realisiert und seither kontinuierlich weiterentwickelt.
Durch das Mobile Atelier und die Kooperation mit Mittelschulen werden Personen erreicht, die aufgrund von biografischen, sozialen oder kulturellen Hintergründen bisher keinen Zugang zu Kunstuniversitäten hatten.
Das Projekt ist seit seinen Anfängen mit dem Atelier Salzamt Linz verbunden, im Rahmen der Atelierstipendien, die von der Kunstuniversität Linz an lokale Künstler*innen vergeben werden (mehr zu den Atelierstipendien). Über dieses Stipendium wurden bislang die Gastkünstler*innen des Projekts eingebunden.
Das Projekt ist außerdem als Partnerprojekt auf der Orientierungsplattform „Kiosk“ der Akademie der bildenden Künste Wien gelistet (zum Beitrag).
Zum Projekt gehören auch Interviews mit Studierenden der Kunstuniversität Linz, die ohne Matura studieren — sie berichten aus eigener Erfahrung über den Weg an die Kunstuniversität. Diese Interviews werden fortlaufend geführt und dokumentiert; geplant ist eine gemeinsame Publikation aller bisherigen Hefte zusammen mit den Interviews in einer Sammelbox.
Bilder aus den Dokumentationen (Booklets) der ersten beiden Workshops:
Bilder aus den Dokumentationen (Booklets) der bisherigen Workshops:
Die Booklets zu den Workshops 2002, 2025 und 2026 sind derzeit in Vorbereitung.
Die Booklets wurden von Gottfried Binder gestaltet.
Mobiles Atelier de Recherche · Kunststudium ohne Matura · Kreative Alltagspraktiken · Kunst des Handelns · Künstlerische Forschung