Im Zentrum des Universitätslehrgangs „Aktzeichnen“ stehen praktisches Zeichnen und Malen nach Modellen. Ergänzend wird Anschauungsmaterial in Form von aufliegenden Büchern bereitgestellt.
Wahrnehmen und Erfassen
Aktzeichnen ist in mehrfacher Hinsicht eine Schulung der Wahrnehmung. Das Modell in seiner Umgebung muss ebenso aufmerksam erfasst werden wie die auf dem Blatt positionierten Elemente. Ihr formales Zusammenspiel kann etwa die Illusion von Plastizität und Räumlichkeit erzeugen und zugleich persönlichen Ausdruck, persönliche Erzählung und Haltung vermitteln.
Die Lehrveranstaltung versteht Zeichnen als eine vom sprachlichen Denken unabhängige Form der Aneignung von Welt. Im Unterricht wird auf offene und unerwartete zeichnerische Ergebnisse abgezielt. Zugleich werden Grundlagen der Darstellung, etwa Anatomie und Perspektive, vermittelt und unterschiedliche Wahrnehmungsstandpunkte eingenommen. Körper- und Raumsituationen werden frei geschaffen und zeichnerisch verarbeitet.
Inspirationen aus der Geschichte
Das Abbild des Menschen spielt in der Bildenden Kunst zu allen Zeiten und in vielen Kulturen eine wichtige Rolle. An den europäischen Kunstakademien entwickelte sich das Aktzeichnen zu einer zentralen Disziplin der künstlerischen Ausbildung. Der Akt als Klischee und kunsthochschulisch tradierter Topos wird im Kurs kritisch reflektiert.
Angeregt werden Reflexion und Diskussion über Möglichkeiten der Figurendarstellung im Rahmen heutiger Kunstsprachen und Kunstverständnisse. Zeichnen kann die persönliche künstlerische Arbeit vorbereiten und begleiten, aber ebenso einen bewussten oder unbewussten Abstand von ihr ermöglichen. Aktzeichnen ist Übung und Impuls.
Sen.Art. Mag.art. Georg Frauenschuh
georg.frauenschuh@kunstuni-linz.at
Anwesenheit
DI, 11.00 bis 14.00 Uhr und 15.00 bis 18.00 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Hauptplatz 8, 5. Stock
Raum H80502
4020 Linz
Internetvoranmeldung (wichtig für aufgenommene Bewerber/innen!)