Pressemitteilung vom 23. Februar 2026
Zwölf Studierende des Instituts für Architektur stellen zudem in der Galerie „splace“ ihre Perspektiven auf ausgewählte feministische und queere österreichische Wohnprojekte vor.
Frauen werden in der Architektur – sowohl als Planerinnen, Nutzerinnen oder Auftraggeberinnen von gebautem Raum – noch immer zu wenig wahrgenommen und eingebunden. Dadurch bleiben wichtige Aspekte der Lebensrealitäten verborgen. In diesem Kontext widmen sich eine Ausstellung und ein Symposium an der Kunstuni Linz am 5. März dem Thema „Frauen + Wohnen“.
Das Symposium „Frauen+Wohnen“ beleuchtet das Thema Wohnen – konkreter Wohnen von Frauen, Wohnen für Frauen. Wohnpolitik und Wohnmodelle beeinflussen unser tägliches Leben. Historisch wurden Frauen oft von Entscheidungsprozessen in der Architektur und Stadtplanung ausgeschlossen. In Folge wurden ihre Bedürfnisse und Perspektiven nicht ausreichend berücksichtigt.
Vor diesem Hintergrund findet die Auseinandersetzung mit aktuellen und alternativen Wohnpraktiken statt, die zu einer inklusiveren und gerechteren Gesellschaft beitragen können. Von Co-Housing-Projekten bis zu gemeinschaftsbasierten Initiativen entstehen neue oder neu gelebte Wohnformen, die auf Bedürfnisse diverser Lebensrealitäten reagieren. Diese Modelle setzen sich mit Themen wie finanzieller Unabhängigkeit, sozialen Netzwerken und Schutz vor Gewalt auseinander.
Das Potenzial durch Hinterfragen sozialer Strukturen, politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen Missstände zu thematisieren und daraus Schlüsse zu ziehen, die in reale Wohnpraxis übersetzt oder in den politischen Diskurs aufgenommen werden können, stehen im Fokus.
Ziel der Veranstaltung ist es, Positionen zu präsentieren, zu diskutieren und nachhaltig zu stärken. Die Veranstaltung soll weiters gezielt die Vernetzung unterschiedlicher Fachbereiche und Institutionen anregen.
Zwölf Perspektiven auf feministische und queere Wohnprojekte
Unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit und dem Interesse an besonderen Wohnformen widmen sich zwölf Masterstudierende am Institut für Architektur an der Kunstuniversität Linz seit dem Herbstsemester 2025/2026 acht österreichischen Wohnprojekten. Denn Wohnen ist ein Menschenrecht1. Qualitativer, leistbarer Wohnraum für jede*n gewinnt erneut sozialpolitische Aufmerksamkeit und Dringlichkeit.
Der Fokus der Ausstellung im splace liegt auf feministischen und queeren Ansätzen, konkreten Zielgruppen oder unterrepräsentierten Organisationsformen. Die kleine Auswahl an Projekten dient nicht einer gesamthaften abschließenden Analyse, sondern einem ersten Zugang zu unterschiedlichen Wohnprojekten und wird herangezogen, um aus dem Vergleich der Projekte gemeinsame Charakteristika zu identifizieren.
Von Anfang an war es den Studierenden besonders wichtig, herauszuarbeiten, dass es schier unmöglich ist, alle Menschen einzubeziehen, auch bei größter Umsicht und mit bester Absicht niemanden auszuschließen. Dafür kristallisiert sich im Laufe der Bearbeitung der Stern als Satzzeichen und als Symbol heraus, um die bleibende Lücke darzustellen, er wird titelgebend für die Ausstellung „*wohnen“. „Am Rest ist uns gelegen; er ist strittige Materie und Lücke in dem, was geschlossen und vollständig sein will; er ist, was bleibt, zu denken gibt, zu tun ist, wenn behauptet wird, das Problem sei gelöst“2, so die Erklärung von Gabu Heindl und Drehli Robnik.
Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass die Studierenden innerhalb eines Semesters nicht nur die Inhalte erarbeitet, sondern zudem die Konzeption der Ausstellung entwickelt und umgesetzt haben. Die Breite von Recherche, über Aufbereitung bis hin zu Kommunikation war Fokus der Lehrveranstaltung und der Begleitung.
Quellen:
1 Vereinte Nationen (Generalversammlung): Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. 1966, Art. 11 Abs. 1
2 Heindl, Gabu/Robnik, Drehli: Nonsolution. Zur Politik der aktiven Nichtlösung im Planen und Bauen. Hamburg 2024, S. 16
FRAUEN + WOHNEN – Symposium an der Kunstuni Linz
Wann: Donnerstag, 5. März von 16:00 - 22:00 Uhr
Wo: splace, Kunstuniversität Linz, Hauptplatz 6, 4020 Linz
In Kooperation mit dem Frauenbüro Linz und dem afo, architekturforum oberösterreich, unterstützt durch die Kunstuniversität Linz, die Kammer der Ziviltechniker*innen, Architekt*innen und Ingenieurkonsulent*innen für Oberösterreich und Salzburg, das Frauenreferat des Landes Oberösterreich und die Brau Union Österreich AG.
Kuratierung: Teresa König | Antonia Forster
Organisation tk@kontur.co.at | antonia.forster@kunstuni-linz.at
Teilnehmer*innen: 50 - 100
Ablauf der Veranstaltung – um Anmeldung wird gebeten unter: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdNuiDiReVwwzwOyKHy62OXjWsUfUHuFAQlb6uJ0vwuhN2zDg/viewform
16.00 Uhr Begrüßung
16.30 Uhr Sarah Zeller (Projekt JUNO – Zentrum für Getrennt- und Alleinlebende)
17.00 Uhr Katrin Rheingans (Wohnen in beengten Wohnverhältnissen in Haushalten mit Kindern)
17.30 Uhr Marlies Binder (der Remisenhof als Linzer Beispiel)
18.15 Uhr Katrin Pilz (Einküchenhaus, Verein zur Erforschung emanzipatorischer Wohnmodelle)
18.45 Uhr Michaela Moser (Wohnen als feministische Kern- und soziale Machtfrage)
19.30 Uhr Podiumsdiskussion
20.30 Uhr Häppchen & gemütlicher Ausklang
Moderation: Antonia Titze
Kinderbetreuung wird vor Ort durch die Kinderfreunde angeboten!
Begleitveranstaltungen