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Akustisches Erzählen. Radiokooperation mit SWR Kultur

Es knackt, es wummert, es knirscht, jemand lacht. Atmosphärische Soundfelder durchziehen die Tiefe des Hörraums, bleiben stehen, schwingen nach. Stimmen, Geräusche, Sounds reagieren aufeinander, finden zusammen und trennen sich, um in neuen Konstellationen fortzuleben. Plötzlich, nah am Ohr, eine Frauenstimme:

»I still want this to be my persona me.«

Dieser Satz kann das Gefühl zwischen Vertrautheit und Fremdheit kaum wiedergeben: Erst die akustische Umsetzung brachte es zum Leuchten.

So war es zu erleben in der dreistündigen Sendung night tracks linz – produziert mit den Texten, Fieldrecordings, Stimmen und einem speziell kuratierten DJ-Set der Studierenden Alina Baader, Anna Geiger, Maximilian Leeb, Susanna Melem, Veronika Sengstbratl und Julia Witzeneder

Das Seminar zu diesem Radio Piece hieß Fürs Hören schreiben und wurde von Radiokünstlerin Gaby Hartel und dem Hörspielredakteur Frank Halbig im Büro für nützliche Fiktionenco.lab angeboten. Nach einer Einführung in die Geschichte und Theorie der Radiokunst, in die Wirkungsweise des Mediums, die Praxis des Hörens und Schreibens akustischer Texte sowie einem umfangreichen Mentoring sind die akustischen Texte der Studierenden entstanden. Auf einer Exkursion nach Baden-Baden sprachen die Studierenden ihre Manuskripte in den Hörspielstudios des Südwestrundfunks (SWR) ein. Anschließend wurden gemeinsam die Dramaturgie und musikalische Gestaltung zu einem zusammenhängenden Soundpiece komponiert, das ein Jahr lang auf SWR-online und im Mai 2024 auf Radio FRO zu hören war.

Die Radiokooperation zwischen dem Sender und der Abteilung Medientheorien wird im Wintersemester 2025/26 und Sommersemester 2026 mit dem Jahresschwerpunkt tales of joy and disaster fortgesetzt. So lädt der SWR die Studierenden auch in diesem Sommer wieder ein, an drei Tagen die Hörspielstudios in Baden-Baden zu nutzen.

Unterstützt von einer Toningenieur*in und einer Cutter*in des SWR werden die Studierenden unter der Regie von Gaby und Frank in die professionelle Hörspielproduktion eingeführt. Sie lernen das Sprechen vor dem Mikro, die Techniken von Sprach- und Tonregie, Aufnahme, Schnitt und Mischung: die Anwendung aller künstlerischen Mittel also, um mit den selbstverfassten Texten komplexe akustische Welten zu erzeugen. Durch den Einsatz von akustischen Überlagerungen, Rhythmen, Nachklang, Echos und selbst der Stille als Protagonist*nnen ihrer Geschichte, erfahren die Studierenden, was Radioerzählungen immersiv, magisch und gleichzeitig informativ wirken lässt, und dass sie mehr transportieren können als linear produzierte Newssendungen, Lesungen und Diskussionen.


2022/23
»Dial-A-Thought.
Fürs Hören Schreiben«

2025/26
»Tales of Joy and Disaster«

Forthcoming
»Echo«