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Plagiate

Stand: Januar 2026

Was ist ein Plagiat?

Laut Universitätsgesetz 2002 § 51 Abs. 2 Z 31 liegt ein Plagiat dann vor, wenn Texte, Inhalte oder Ideen übernommen bzw. als eigene ausgegeben werden. Dies umfasst insbesondere die Aneignung und Verwendung von Textpassagen, Theorien, Hypothesen, Erkenntnissen oder Daten durch direkte, paraphrasierte oder übersetzte Übernahme ohne entsprechende Kenntlichmachung und Zitierung der Quelle und der Urheberin oder des Urhebers. Dazu zählen auch Selbstplagiate, also die Wiederverwendung eigener Texte ohne Kenntlichmachung ihrer Erstpublikation.
 

KI & Plagiate

Ebenfalls als Plagiatsfall gewertet werden auch Inhalte, die mit Hilfe von KI hergestellt wurden, ohne dass die Nutzung des KI-Tools kenntlich gemacht wurde. Im österreichischen Urheberrecht ist festgehalten, dass Nutzer*innen von KI-Outputs keine Urheber*innenschaft an ihnen erwerben. Durch KI generierte Inhalte, das betrifft besonders auch Qualifikationsarbeiten, sind daher nicht als eigenständige Leistung zu bewerten. Werden durch KI generierte Inhalte oder KI-basierte Werkzeuge als Hilfsmittel verwendet, so müssen diese als solche ausgewiesen werden.

Außerdem ist zu beachten, dass die allermeisten gängigen KI-Modelle Datensätze nutzen, die teils urheberrechtlich geschützte Daten Dritter enthalten. Die Nutzung von KI-Outputs die mithilfe solcher Daten generiert wurden, im Rahmen von Prüfungsleistungen ist unzulässig, weil es sich streng genommen um eine Urheberrechtsverletzung handelt. Ausnahmen gelten für eigens für den Lehr- und/oder Forschungszweck aufgesetzte KI-Modelle.

Weiterführende Informationen und Hinweise zum Arbeiten mit KI an der Kunstuniversität Linz finden Sie auf folgender Webseite:
https://www.kunstuni-linz.at/ki-an-der-kunstuniversitaet-linz
 

Wie findet die Plagiatsüberprüfung statt?

Seit dem Wintersemester 2022/23 wird an der Kunstuniversität Linz eine digitale Plagiatsüberprüfung bei wissenschaftlichen Abschlussarbeiten durchgeführt. Dafür wird die Software Docoloc verwendet. Diese überprüft automatisiert anhand von Abgleich mit Datenbanken wissenschaftlicher Publikationen, ob Plagiate / Textübernahmen aus bekannten Publikationen vorliegen, die nicht als Zitate bzw. Quellen im Text gekennzeichnet wurden.

Der Vorgang bei Abschlussarbeiten ist folgendermaßen: Die Studierenden geben ihre schriftliche Arbeit als PDF in der Studienabteilung ab. Die Studienabteilung ruft anschließend den Prüfbericht ab. Der Prüfbericht aus Docoloc geht dann an die jeweiligen Betreuenden zur weiteren Überprüfung. Da die Software keine vollständige Garantie bietet, Plagiate zu erkennen, sondern lediglich eine Unterstützung zur Auffindung möglicher Plagiate liefert, ist die Nachbegutachtung des Reports durch den/die Betreuenden unerlässlich. Das heißt, es gibt keine »automatische Befundung«, die Betreuenden haben die letztendliche Verantwortung im Beurteilungsvorgang.

Hinweis für (PhD-)Studierende: Studierende können ihre Arbeit freiwillig vor der Abgabe durch einen Plagiatschecker prüfen lassen. Dieses Service bietet die ÖH an: https://oeh.kunstuni-linz.at/de-plagiats-check/ 

Hinweis für Lehrende & Betreuende: Bei begründeten Verdachtsfällen ist eine fakultative Überprüfung auch bei Seminararbeiten oder noch nicht abgeschlossenen Abschlussarbeiten möglich. Bitte kontaktieren Sie hierfür die Anlaufstelle für gute wissenschaftliche Praxis der Kunstuniversität Linz.
 

Hinweise für Lehrende/Betreuende im Umgang mit Plagiatsreports

Ein Plagiatsuchdienst kann Übereinstimmungen eines untersuchten Dokuments mit anderen Dokumenten auffinden und dokumentieren. Eine qualifizierte Aussage darüber, ob in einem überprüften Dokument ein Plagiat vorliegt, oder auch nicht, ist alleine durch Software nicht möglich. Diese Entscheidung kann letztlich nur durch einen Menschen erfolgen, der das geprüfte Dokument sowie den Prüfbericht begutachtet. Der Report liefert dabei Hinweise auf Übereinstimmungen, die einen Plagiatsverdacht untermauern können. Um die Arbeit mit dem Prüfreport zu erleichtern, gibt es im Folgenden detaillierte Informationen darüber, wie die Angaben im Report erzeugt werden und wie diese interpretiert werden können.
 

Was enthält der Plagiatsprüfbericht?

Neben allgemeinen Informationen zum überprüften Dokument enthält der Kopf des Reports die Anzahl der überprüften und der gefundenen Sätze des Dokuments sowie deren Verhältnis als Prozentzahl. Dieser Prozentsatz gibt einen ersten groben Anhaltspunkt (Wahrscheinlichkeit) dafür, ob und in welchem Verhältnis bei der Prüfung des Dokuments Übereinstimmungen festgestellt worden sind. Ein Beweis, ob ein Plagiat vorliegt, ist mit dieser Angabe jedoch nicht möglich. Dieser Wert bezieht sich als Mittelwert auf das gesamte Dokument. Er lässt nicht erkennen, ob die gefundenen Übereinstimmungen zufällig über das gesamte Dokument verteilt sind. Ein Plagiatschecker wie Docoloc kann beispielsweise nicht erkennen, ob eine Übereinstimmung einfach nur ein reguläres Zitat ist, das unter Anführungszeichen steht. Dennoch zeigt die Erfahrung, dass bei Prozentzahlen unter 10% in der Regel kein Plagiat vorliegt. In diesen Fällen werden häufig nur zufällige Übereinstimmungen sowie Übereinstimmungen in Verweisen oder Literaturlisten gefunden. Allerdings ist auch bei einem Wert von 10% gefundener Sätze das Vorliegen eines Plagiats nicht ausgeschlossen. Je höher diese Prozentzahl ist, desto mehr Übereinstimmungen konnten gefunden werden, und desto wahrscheinlicher liegt in Teilen des Dokuments ein Plagiat vor.
 

Die Verteilung übereinstimmender Sätze

Der Plagiatscheck überprüft, ob es identisch übereinstimmende Textpassagen zwischen bekannten (publizierten) Texten und dem vorliegenden Dokument gibt. Die Verteilung der gefundenen Übereinstimmungen, die im Übersichtsbalken des Reports veranschaulicht wird, liefert einen weiteren Anhaltspunkt, ob im geprüften Dokument ein Plagiat vorliegen könnte. Finden sich die Übereinstimmungen konzentriert in einem Bereich des Dokuments, so handelt es sich mit höherer Wahrscheinlichkeit um eine plagiierte Passage. Die Referenzliste liefert ebenfalls wertvolle Informationen zur Bewertung, ob ein Plagiat vorliegt. Enthält diese Liste wenige Dokumente mit vielen übereinstimmenden Sätzen, so wurden viele Stellen in nur wenigen Referenzdokumenten gefunden. In solch einem Fall liegt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ein Plagiat vor. Enthält diese Liste hingegen ausschließlich Dokumente, in denen nur wenige übereinstimmende Sätze gefunden wurden, so ist die Wahrscheinlichkeit für ein vorliegendes Plagiat geringer.

Doch nicht jede Übereinstimmung ist auch ein Plagiat. Einzelne Sätze können zufällig übereinstimmen und erst wenn mehrere aufeinander folgende Sätze identisch sind, kann von einem Plagiat gesprochen werden.
 

Docoloc leistet KEINE Zitaterkennung

Weiter ist zu beachten, dass Docoloc keine Erkennung von Textzitaten durchführt.

Da die Zitierkonventionen in den verschiedenen Fachdisziplinen sehr vielfältig sind, ist eine zuverlässige automatische Erkennung zitierter Stellen praktisch unmöglich. Werden zitierte Passagen in anderen Quellen gefunden, so werden diese im Report ebenfalls als Übereinstimmungen gekennzeichnet. Hier muss der/die Betreuende überprüfen und entscheiden, ob bei einer übereinstimmenden Textstelle ein gültiges Zitat vorliegt oder nicht.