Angesichts der sich gegenwärtig in unterschiedlichen Kontexten abzeichnenden Popularität des Strickens, sowie einer vermehrt künstlerischen Auseinandersetzung mit textilen Medien, nimmt sich diese Arbeit einer Untersuchung des Strickens innerhalb zeitgenössischer künstlerischer Praktiken an. Ziel ist es, ausgewählte Arbeiten von Alexandra Bircken, Channing Hansen und Haegue Yang auf den Umgang mit Technik und Material, sowie auf ihre Positionierung im Feld zu reflektieren. Durch die formale Analyse einzelner Werke, welche sich an Max Imdahls Verfahren der Ikonik orientiert, werden bestimmte Stränge, Fragen und Punkte hervorgehoben. Darauf aufbauend werden die Positionen sowohl auf verbindende Elemente als auch Gegenpole in der Herangehensweise erfasst und in Relation zum historisch-theoretischen Kontext gesetzt. Dabei treten insbesondere die Spezifika der Technik sowie Materialaspekte hervor. Gleichzeitig werden die Arbeiten über die Auseinandersetzung mit den Ursprüngen tradierter Bilder und stereotyper Zuschreibungen bezüglich des Strickens, im Kontext textiler Kunstpraktiken begriffen. Im Zuge dessen wird die wesentliche Rolle von Umbrüchen und Entwicklungen ab den 1960er- und 1970er-Jahren deutlich und die seither zahlreich und vielfältig wahrnehmbaren künstlerischen Ausdrucks- und Einsatzmöglichkeiten des Strickens werden ein Stück weiter erforscht.