Mit der jüngsten Entdeckung tausender Planeten, die fremde Sterne umkreisen, erweitern sich menschliche Denk- und Handlungsräume um die Möglichkeit anderer, erdähnlicher Himmelskörper. Damit scheint die Astronomie nicht nur jene Utopien einzulösen, die von der Science Fiction vorweggenommen wurden, sie bedient sich auch denselben Strategien in der Visualisierung ihrer Forschungsergebnisse. Raumfahrtagenturen publizieren heute Bilder ferner, in Abendrot getauchter Welten, deren Sonne tief am Horizont steht. Ausgehend von Bildern, die dieses Motiv skizzieren, begibt sich die Auseinandersetzung auf die Suche nach dem Licht anderer Sterne – anderer Sonnen. Diese stellen dabei einen Platzhalter dar, einen hypothetisch lebensspendenden Stern, wie er im Universum milliardenfach vorkommen mag. Seine habitable Zone ist der Möglichkeitsraum, in den sich diese Auseinandersetzung zu denken versucht. Die Szenopgraphie und die Publikation geben dabei eine bildbasierte Annäherung an das Thema wieder. Neben zeitgenössischen und kunstgeschichtlichen Bildikonen finden sich popkulturelle Motiven und Funde aus den Bildarchiven der Raumfahrtagenturen wieder. Technische Bilder, zu Analysezwecken oft ins Unkenntliche vergrößert, in Falschfarben getönt und malerisch abstrahiert. In diesen Abbildungen von Bildgebungsapparaten lässt sich eine Formensprache der astronomischen Fernerkundung erahnen, die in ein prototypisches Messgerät übersetzt wird. Kombiniert mit einem obsoleten über 200 Jahre alten Instrument zur Bestimmung der Himmelsfarbe entsteht eine spekulative Weltraumsonde, die versucht, die Farbe des Himmels zu klassifizieren.
Our basic understanding of space, time and dimension is based on thousands of years of observations of the sky and the stars. The recent discovery of thousands of planets orbiting the stars expands anthropocentric concepts, and thus the possibility of other earths. Thus, astronomy does not only seem to redeem the utopias anticipated by science fiction, it also uses the same strategies in the visualization of its research results. Images generated by space agencies show landscapes which, through constructed sunsets, turn atmospherically staged worlds into visual leitmotifs.
In Another Sun, popular image subjects are juxtaposed with the archives of space travel and supplemented with documentation materials and non-fiction books. Technical illustrations, greatly enlarged, coloured and painterly abstracted as a by-product of scientific interpretation. These images outline the formal language of astronomical knowledge, combined with a nostalgic measuring instrument to determine the color of a strange sky.
Sarah Feilmayr
*1988 in Linz, AT
Fremde Welten sind ein immer wiederkehrendes Motiv in Sarah Feilmayrs Werk. Oft geprägt von einem wissenschaftlichen Kontext, veranschaulicht sie ihre Arbeit in Form Installationen, Sammlungen und wissenschaftlichen Instrumenten.
Die Arbeit "Another Sun" wurde im Rahmen der Ausstellung BestOff 2019 gezeigt.