19. Mai 2026 um 11.30 Uhr Kunstuniversität Linz, Domgasse 1, Raum DO0417, 4020 Linz
Das Co.Lab Erinnerungsarbeit · ästhetisch-politische Strategien und die Abteilung für Ästhetik und Pragmatik audiovisueller Medien laden zum Gastvortrag Zwangsarbeit in der Landwirtschaft und das KZ Ravensbrück. Vorstellung einer Spurensuche von Kristin Witte ein. Der Vortrag findet im Rahmen des Seminars Ungeheure Gelände – NS-Zwangsarbeit in Linz und Umgebung statt.
Die Historikerin Kristin Witte weist im Vortrag darauf hin, dass sich im Umfeld des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück nicht nur eine lagereigene Gärtnerei und diverse Tierställe befanden, sondern auch ein landwirtschaftliches Versuchsgut der „Deutschen Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung GmbH“. Häftlinge des Konzentrationslagers mussten dort verschiedene Arten von Zwangsarbeit leisten.
Kristin Witte stellt vor, wie sie sich in ihrer Forschung diesen Orten und der Geschichte angenähert hat, welche Quellen sie nutzte und wie ein quellenkritischer Umgang insbesondere mit Fotografien aussehen kann.
Kristin Witte, M.A. hat in Berlin und Seattle Gender Studies sowie Neuere/Neueste Geschichte und in Frankfurt (Oder) „Schutz europäischer Kulturgüter“ studiert. Von 2015 bis Ende 2019 arbeitete sie zunächst als wissenschaftliche Volontärin und anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Gedenkstätte Ravensbrück. Daneben hat sie 2019 zusammen mit dem Institut für angewandte Geschichte e.V. den digitalen Rundgang „Unbekannte Orte. Ravensbrück“ entwickelt. Seit März 2021 arbeitet sie als kuratorische Projektleitung und stellvertretende Leitung im Museum Pankow in Berlin.
Veröffentlichungen u.a.:
Der Schweine- und Pferdestall des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück. Eine Bestandsaufnahme, in: Brandenburgische Denkmalpflege 6 (2020) 2, S. 73-82 (mit Magda-Lena Eppinger).
DVA-Versuchsgüter im Umfeld des KZ Ravensbrück, in: Jens Ebert, Tanja Kinzel, Meggi Pieschel, Kristin Witte: Die Versuchsanstalt. Landwirtschaftliche Forschung und Praxis der SS in Konzentrationslagern und eroberten Gebieten, Berlin 2021, S. 198-265.