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Take Care #9

Die Abteilung Kunstgeschichte und Kunsttheorie lud  zum Vortrag von Tomislav Medak.

Trotz des allgemeinen Bewusstseins für die komplexe Verflechtung der Kunst mit Macht- und Subjektpositionen, bleiben bestimmte Aspekte im Betriebssystem unerforscht. Hinter bekannten Protagonist*innen, Werken und Institutionen verbergen sich zahlreiche Handlungen und Prozesse, die infrastrukturell unverzichtbar sind, doch zugleich kaum Beachtung finden und unhinterfragt existieren.

Gleichzeitig gibt es Akteur*innen, die dies kritisch thematisieren. Sie schaffen Bewusstsein für die systemstiftenden Operationen des Zuhörens, Beziehungen Knüpfens, Koalierens, Organisierens, Unterstützens, Vermittelns, Schreibens, Bewahrens, Sammelns, Ordnens, Kalkulierens, Schreibens, Einladens… Insbesondere im Kontext machtpolitischer Umbrüche, sozialer Konflikte, institutioneller Transformationen, prekärer Räume sowie komplexer ökologischer und ökonomischer Realitäten hat ihre aktive Auseinandersetzung mit den gegebenen Infrastrukturen des Kunstbetriebs besondere Relevanz.

Tomislav Medak lebt und arbeitet in Zagreb. Er ist Philosoph, Aktivist und Kulturtheoretiker und bewegt sich seit den 1990er-Jahren an den Schnittstellen von Theorie, Technologie und politischer Praxis. 

In seiner Arbeit verbindet Medak philosophische Reflexion mit konkreten Formen des Gemeinschaffens: Er forscht und publiziert zu Fragen des Gemeinguts, der ökologischen Transformation, der politischen Ökonomie digitaler Infrastrukturen sowie zu Praktiken kollektiver Organisation.