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VORTRAG

Cybernetic Anthropology’s Mimetic Beginnings

19. Jänner. 2027, 18.00 Uhr Kunstuniversität Linz, Domgasse 1, Expostmusik

Gastvortrag von Ella Comberg im Rahmen der Reihe "relatifs", der Abteilungen Kunstgeschichte/Kunsttheorie und Kulturwissenschaft.

This talk examines “Bali: Background for War,” a 1943 exhibition at the Museum of Modern Art, positioning it as a prequel to postwar cybernetic media art practice. Curated by the anthropologist Gregory Bateson, the exhibition showcased paintings, carved wood sculptures, and shadow puppets that Bateson and Margaret Mead gathered while conducting fieldwork in Bali from 1936–39. A close look at Bateson’s curatorial maneuvers reveals his emphasis on the positive social function that craft and performance played in Balinese society, a version of which he suggested Americans should replicate in their own society. This suggestion of intercultural imitation was motivated by Bateson’s concurrent immersion in the nascent field of cybernetics, which theorized the enemy as a mirror of the self within the sphere of combat. Situating the exhibition as a prequel to the longer history of cybernetics art in the United States, I highlight the subject relations at work in this early moment in the story. Bateson’s thinking is central to the history of intermedia, video art, and feedback installations from the 1960s and ’70s—and this telling recuperates the central role that the craft practices of colonial subjects played in the formation of his theories of art.

Ella Comberg forscht am Institut für Kunst und Archäologie der Princeton University. Sie beschäftigt sich mit amerikanischer und europäischer Kunst des 20. Jahrhunderts und konzentriert sich dabei auf die Beziehung zwischen bildender Kunst, Wissenschaft und Technik. Ihr besonderes Interesse gilt der Geschichte der modernen Kunst, der Medien und des Designs im Zusammenhang mit den Sozialwissenschaften, der Kybernetik sowie den Informations- und Kommunikationstheorien. Ihre Forschung befasst sich zudem mit der Kunstgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts sowie der Geschichte der Interdisziplinarität. Sie ist McCrindle-Praktikantin im Bereich moderne und zeitgenössische Kunst am Kunstmuseum der Princeton University und wissenschaftliche Mitarbeiterin von Hal Foster, Townsend-Martin-Professor für Kunst und Archäologie.

WEITERE TERMINE  2026/27

27. 10. 2026, 18.00 Uhr, Karla Pinhel Ribeiro:  Power and Violence in Walter Benjamin.  A Global South Perspective

10. 11. 2026, 18.00 Uhr, Annette Kern-Stähler: Der Teufel stinkt.  Sinneserfahrungen im Theater des Mittelalters

01. 12. 2026, 18.00 Uhr, Gabriele Jutz: Vegetale Bildpolitiken im zeitgenössischen Experimentalfilm

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Bekanntermaßen heißt »relatif à« so viel wie »bezüglich«, aber auch »einschlägig«; »être relatif / relative à qn/qc« bedeutet »sich auf jemanden beziehen«. Das »pronom relatif«, das Relativpronomen, ist das »bezügliche Fürwort«, das Wort also, welches im Relativsatz ein Substantiv des übergeordneten Satzes ersetzt. Damit ist das Relativpronomen ein Stellvertreter, der aber ohne den von ihm bezeichneten Referenten nicht existiert.

Im Kunstwort »relatifs« klingen Verhältnisse und Beziehungen an, aber auch Verwandte und Relais. Die Veranstaltungsreihe versteht sich so: als eine Schaltstelle zwischen verschiedenen kunst-, kultur- und medienwissenschaftlichen Ansätzen, als Vernetzungsstruktur zwischen Forschungen, die auf den ersten Blick disparat wirken, wie eine Familienfeier, anlässlich derer auf den Tisch kommt, was gerade unter den Nägeln brennt.

Internationale Wissenschaftler*innen sind eingeladen, über ihre aktuelle Forschung, ihr Vorgehen und offene Fragen zu sprechen. Wir wollen keine Themen setzen, sondern Forscher*innen mit ihren Passionen und Problemen dazu einladen, im Entstehen begriffene Arbeiten zu präsentieren. Wir möchten eine Atmosphäre schaffen, in der Gewagtes diskutiert wird und sich neue Ideen entfalten können.