Anna Miscenà studierte Kunstgeschichte bei Christie’s Education in London (BA) und an der University of Glasgow (MA). In ihrer Masterarbeit untersuchte sie die Rezeption mittelalterlicher Buchmalerei des 14. Jahrhunderts. Es folgten Tätigkeiten bei Christie’s in London und im Auktionshaus Dorotheum in Wien. 2025 wurde sie an der Universität Wien promoviert.
In ihrer Dissertation setzte sie sich mit Theorien des Sehens von der Moderne bis zur Gegenwart auseinander, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Theorien der Oberflächenwahrnehmung (Surface Perception). Als Dissertantin war sie Mitglied des CReA Lab, wo sie in einem interdisziplinären Team aus Informatiker*innen, Psycholog*innen, Museolog*innen und Kunsthistoriker*innen zu Prozessen des Sehens und der visuellen Aufmerksamkeit geforscht hat. Mittels Eye-Tracking untersuchte sie die visuelle Wahrnehmung von Malerei, in Zusammenarbeit mit Wiener Kulturinstitutionen wie dem Belvedere und dem Leopold Museum.
Im Zentrum ihrer Forschung stehen Geschichte, Theorie und Phänomenologie des Sehens sowie die Frage, wie Formen der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit durch kulturelle und historische Kontexte geprägt werden. Dabei verbindet sie kunsthistorische und theoretische Zugänge mit empirischen Methoden zur Untersuchung visueller Wahrnehmung.