Anlässlich der 81. Wiederkehr der Befreiung des KZ-Mauthausen nehmen Rektorat, Lehrende und Studierende am 10. Mai am Gedenkzug teil.
Am 5. Mai 1945 befreiten amerikanische Truppen das Konzentrationslager Mauthausen. Seit 1998 ist der 5. Mai ein Gedenktag an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen, gegen Gewalt und Rassismus.
Am 5. Mai öffnet die AG Gebäudegeschichte* der Kunstuniversität Linz die Türen des donauseitigen Vestibüls am Hauptplatz 6. Damit wird daran erinnert, dass die beiden Brückenkopfgebäude am Hauptplatz 6 und 8, die heute von der Kunstuniversität Linz genutzt werden, auf Pläne der Nazis zurückgehen. Auf Hitlers Bestreben hin sollte Linz zur ,Führerstadt‘ umgebaut werden. Der Bau begann 1940, wurde aber erst nach 1945 fertiggestellt. Dafür wurden Enteignungen, auch jüdischer Bewohner*innen, durchgeführt. Zudem kam Zwangsarbeit zum Einsatz. Durch zahlreiche Außenlager war Linz in das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager eingebunden.
Das Vestibül war zur NS-Zeit als Haupteingang des Gebäudes geplant. Heute ist das Vestibül der einzige Raum, der nach der Umgestaltung 2019 im originalen Zustand belassen wurde. Ausgehend von diesem Raum werden eine Dauerausstellung und ein Dokumentationszentrum zur Geschichte der Gebäude geplant. Die AG Gebäudegeschichte lädt Studierende, Mitarbeiter*innen sowie Interessierte dazu ein, Ideen für die Erinnerungsarbeit und die Umsetzung der Dauerausstellung einzubringen.
Brigitte Hütter, Präsidentin der Österreichischen Universitätenkonferenz und Rektorin der Kunstuniversität Linz: „Damit sich Österreichs Geschichte nicht wiederholen kann, liegt es in unserer Verantwortung, gegen Faschismus und für eine liberale Demokratie einzutreten, in der Rassismus und Antisemitismus keinen Platz haben. Heute gilt es auch wieder mehr denn je, erste Vorzeichen autoritärer Tendenzen zu benennen und für Vielfalt statt Einfalt einzutreten.“
Dienstag, 5. Mai 2026 an der Kunstuni Linz
Ab 11.00 Uhr: Eingang Hauptplatz 6 durch das Vestibül (donauseitig)
Ausstellung von den Studierenden Christina Berer, Jana Fleischmann, Susanna Geiblinger, Melina Gold, Eliseo Kettwig, Justina Liberman und Emily Schauer von der Abteilung Kunst in der Aula auf Hauptplatz 6
12.00 Uhr: Mitglieder der AG Gebäudegeschichte im Gespräch mit Martina Gugglberger (Historikerin, JKU), Aula auf Hauptplatz 6
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Sonntag, 10. Mai 2026: Gedenkzug bei Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Erinnerungsstraße 1, 4310 Mauthausen
Die AG Gebäudegeschichte hat sich im Jahr 2021 an der Kunstuniversität Linz gegründet. Ziel der AG ist es, eine historische Kontextualisierung der Gebäude zu konzipieren, die Geschichte der beiden NS-belasteten Gebäude nach außen hin sichtbar zu machen, dauerhafte Erinnerungszeichen an der Fassade sowie themenspezifische Veranstaltungen und Ausstellungen umzusetzen. Aktuelle Mitglieder: Aylin Basaran, Karin Harrasser, Thari Jungen, Angela Koch, Hubert Lobnig, Moritz Matschke, Gudrun Rath, Eva-Maria Unterweger, Rainer Zendron, Andre Zogholy; ehemalige Mitglieder: Anja Ellenberger, Wiltrud Hackl, Sabrina Kern
www.kunstuni-linz.at/universitaet/profil/gebaeudegeschichte
Kontakt: gebaeude.geschichte@kunstuni-linz.at
Die Rasierklinge gilt in ihrer charakteristischen Formgebung und im alltäglichen Verwendungzweck als ein global vielseitig konnodierter Gebrauchsgegenstand. Lichtreflexionen auf den Stahloberflächen verwandeln transformiert/ transferiert die Masse an profanen Gebrauchsgegenständen in ein glamouröses Repräsentationsobjekt. In der Annäherung an das Objekt jedoch kontrastieren die scharfkantigen Rasierklingen das Idyll des friedvollen Glanzes. Eine degenerierte Waren- und Konsumgesellschaft mit Logenblick auf die Armut, kollidiert hier mit den Vorstellungen von Reichtum und dem präsenten Bild von Luxus. Persönliche Freiheiten werden durch die zweischneidige Klinge konstruierter Machtverhältnisse und Wertesysteme eingeschränkt und beschnitten. Wie das Schwert des Damokles versinnbildlicht diese Lusterkonstruktion die Vergänglichkeit von Macht, Reichtum und Erfolg, und thematisiert die Verkettung von Schein, Vortäuschung und Enttäuschung.
Katharina Anna Loidl, *1978 Linz (AT), studierte Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung und Kulturwissenschaften an der Kunstuniversität Linz. Die Erweiterung des Räumlichen, die feinen Irritationen des Alltäglichen und die Skepsis gegenüber dem Sichtbaren liefern den Anreiz zu den unterschiedlichen Ausdrucksformen ihrer konzeptuellen Arbeitsweise.
www.lllk.at
„Special Delivery“ entstand während eines Künstleraufenthalts in der Semmelweis-Klinik in Wien. Der überdimensionierte Postkasten kann den Körper des Künstlers aufnehmen. Die Grundidee der Arbeit war es, sich selbst metaphorisch mit der Post verschicken zu können.
Die an sich autonome Skulptur wird am Gedenktag zur Befreiung des KZ Mauthausen zu einer funktionalen Skulptur, die Rückmeldungen zum Gedenktag, zum Umgang mit der Geschichte der Brückenkopfgebäude und zur Idee ein Dokumentationszentrum und Archiv zur Geschichte einzurichten, aufnimmt.
Yoav Ben Moshe (geb. 1997 in Ramat Hasharon) schloss sein Studium an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem mit einem BFA mit der Auszeichnung „summa cum laude“ ab, wo er als Redaktionsassistent der akademischen Zeitschrift tätig war. Derzeit absolviert er einen Masterstudiengang in TransArts an der Universität für angewandte Kunst Wien. In seinen Arbeiten untersucht er die Infrastrukturen des Alltags und deren Auswirkungen auf die Identität.