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Kunstuniversität Linz trauert um VALIE EXPORT

Bis zuletzt arbeitete und wirkte VALIE EXPORT und bis zuletzt war sie der Kunstuniversität Linz sehr eng verbunden, ehe sie am Donnerstag – drei Tage vor ihrem 86. Geburtstag – in Wien verstorben ist. Als international bekannte Pionierin der Medien- und Performancekunst verlieh ihr die Universität 2009 die Ehrendoktorwürde, 2003 bis 2011 war sie Mitglied des Universitätsrats an der Kunstuniversität, bis 2008 als Vorsitzende. Und seit 2022 war sie Ehrenmitglied der Kunstuniversität Linz.

Als Waltraud Lehner wurde VALIE EXPORT am 17. Mai 1940 in Linz geboren. Sie besuchte die Klosterschule, heiratete mit 18 und bekam eine Tochter. Mit 20 Jahren ging sie nach Wien. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule schloss sie 1964 die HBLVA ab. Ab 1967 führte sie den Namen VALIE EXPORT als künstlerisches Konzept und Logo. In den 1960er- und 1970er-Jahren erregte sie mit ihrem „aktionistischen Feminismus“ – etwa dem „Tapp- und Tastkino“ – großes Aufsehen. Weil sie bald mit Fotografie und Video arbeitete, galt sie als Vorreiterin der Medien- und Filmkunst. Ihre Fotografien, Skulpturen, Videos und Installationen finden sich in Museen wie dem Pariser Centre Pompidou, dem Museum of Modern Art in New York oder der Tate Modern in London.

Als kritische Ausnahmekünstlerin wurde VALIE EXPORT in Österreich lange eine akademische Laufbahn verwehrt. Ihren ersten Lehrauftrag bekam sie in den USA an der University of Wisconsin-Milwaukee nach Einladungen und Beteiligungen an mehreren amerikanischen Filmfestivals mit Experimentalfilmen. 1981 bis 1983 erhielt VALIE EXPORT einen Lehrauftrag für Video an der Kunstuniversität Linz in der Abteilung Video. Eine Professur hatte sie von 1989 bis 1991 in der Abteilung Visual Arts, Film an der University Wisconsin-Milwaukee sowie von 1991 bis 1995 im Fachbereich Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste Berlin, heute UdK genannt und von 1995 bis 2005 eine Professur für Multimedia-Performance an der Kunsthochschule für Medien, Köln.

Auch die gemeinsame Geschichte von VALIE EXPORT und der Linzer Kunstszene hat viele Facetten: Die Stadt Linz hat ihr bereits in den 1960er-Jahren angelegtes Archiv gekauft. Die Kunstuniversität betreibt seit 2017 gemeinsam mit dem Lentos Kunstmuseum in der Tabakfabrik das VALIE EXPORT Center Linz, ein Forschungszentrum für Medien- und Performancekunst. Vielen jungen Künstlern und Künstlerinnen, Studierenden und Absolvent*innen an der Kunstuniversität ist VALIE EXPORT nicht nur ein Begriff, sondern ein Vorbild in Kunstverständnis, Technik und Haltung.

Als international renommierte Medienkünstlerin war VALIE EXPORT oft im Rahmen des Ars Electronica Festivals vertreten und wurde dort 2020 mit der Goldenen Nica für ihr Lebenswerk geehrt. In Oberösterreich erhielt VALIE EXPORT den Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz, den Alfred Kubin Preis des Landes sowie das Verdienstkreuz des Landes für Kunst und Kultur, von der Republik bekam sie 2022 das Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für ihre Verdienste.

Rektorin Brigitte Hütter zum Tod von VALIE EXPORT: „In inniger Verbundenheit trauern wir um VALIE EXPORT – als Mensch, als Künstlerin und als hochgeschätztes Ehrenmitglied der Kunstuniversität Linz. Unsere tiefe Anteilnahme gilt ihrer Familie sowie allen Wegbegleiter*innen.“ VALIE EXPORT habe „als feministische Medienkünstlerin von Weltrang Kunstgeschichte geschrieben. Mit ihrem Wirken hat sie ganze Künstler*innengenerationen beeinflusst und sie hat mit ihren Arbeiten und den daran geknüpften Diskursen ganz wesentlich dazu beigetragen, Österreich ein Stück weltoffener zu machen.“ Die Kunstuniversität Linz werde VALIE EXPORT daher stets ein ehrendes Andenken bewahren, so Brigitte Hütter.

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VALIE EXPORT, Pionierin der Medien- und Performancekunst, am 21. April 2026, dem Welttag der Kreativität und Innovation, an der Kunstuniversität Linz. © Foto: Mark Sengstbratl
Fotograf*in: Mark Sengstbratl
Bildrechte: Mark Sengstbratl

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VALIE EXPORT bei der Eröffnung des gleichnamigen Forschungszentrums für Medien- und Performancekunst in Linz 2017 © Vio Wakolbinger
Fotograf*in: Vio Wakolbinger
Bildrechte: Vio Wakolbinger