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VORTRAG

Das ist (keine) Wissenschaft

10. März 2026, 18.00 Uhr Kepler Salon, Rathausgasse 5, 4020 Linz

Vortrag von Hanna Engelmeier, im Rahmen der Reihe relatifs, der Abteilungen Kunstgeschichte/Kunsttheorie und Kulturwissenschaft.

Der Beitrag diskutiert, welche Bedeutung die Selbst- oder Fremdbeschreibung eines Textes als „wissenschaftlich“ hat: Für das eigene Schreiben und die Verfahren, die man entwickelt, um damit fertig zu werden; für die Bewertung von Texten innerhalb und außerhalb der Akademie. 

Anhand ihrer eigenen Praxis stellt Hanna Engelmeier zur Diskussion, welche ästhetischen Potenziale das Schreiben im Raum zwischen Literatur und Wissenschaft hat und welche Freiheitsgrade die Unentschiedenheit für Genres mit sich bringt.

Hanna Engelmeier ist Kulturwissenschaftlerin und befasst sich in ihren aktuellen Forschungen mit Schreibprozessen im Grenzbereich von Wissenschaft und Kunst. Ihr 2021 bei Matthes und Seitz erschienenes Buch „Trost. Vier Übungen“ führt das Lesen und Schreiben mit dem Hören, dem Beten und dem Genießen zusammen. Engelmeier erhielt für dieses Werk den Clemens-Brentano-Preis. 

Bekannt geworden ist Engelmeier mit einer Studie über die vielfach erklärte Verwandtschaft zwischen Mensch und Affe. Ihr Buch Der Mensch, der Affe. Anthropo-logie und Darwin-Rezeption in Deutschland befasst sich mit wissenschaftlichen sowie künstlerischen Auseinandersetzungen zu diesen Verwandtschaftsfragen.

Von 2023 bis 2025 hatte sie eine Gastprofessur an der UdK Berlin inne. Seit 2018 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am KWI / Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. 


Bekanntermaßen heißt »relatif à« so viel wie »bezüglich«, aber auch »einschlägig«; »être relatif / relative à qn/qc« bedeutet »sich auf jemanden beziehen«. Das »pronom relatif«, das Relativpronomen, ist das »bezügliche Fürwort«, das Wort also, welches im Relativsatz ein Substantiv des übergeordneten Satzes ersetzt. Damit ist das Relativpronomen ein Stellvertreter, der aber ohne den von ihm bezeichneten Referenten nicht existiert.

Im Kunstwort »relatifs« klingen Verhältnisse und Beziehungen an, aber auch Verwandte und Relais. Die Veranstaltungsreihe versteht sich so: als eine Schaltstelle zwischen verschiedenen kunst-, kultur- und medienwissenschaftlichen Ansätzen, als Vernetzungsstruktur zwischen Forschungen, die auf den ersten Blick disparat wirken, wie eine Familienfeier, anlässlich derer auf den Tisch kommt, was gerade unter den Nägeln brennt.

Internationale Wissenschaftler*innen sind eingeladen, über ihre aktuelle Forschung, ihr Vorgehen und offene Fragen zu sprechen. Wir wollen keine Themen setzen, sondern Forscher*innen mit ihren Passionen und Problemen dazu einladen, im Entstehen begriffene Arbeiten zu präsentieren. Wir möchten eine Atmosphäre schaffen, in der Gewagtes diskutiert wird und sich neue Ideen entfalten können.

TERMINE 2026

10. März 2026, 18.00 Uhr
Kepler Salon, Rathausgasse 5, 4020 Linz
Hanna Engelmeier: Das ist (keine) Wissenschaft

17. März 2026, 18.00 Uhr
Kunstuniversität Linz, Domgasse 1, Expostmusik
Iwona Janicka: Politics of Cohabitability. Ecological Grand Narratives with More-than-Human Worlds 

21. April 2026, 18.00 Uhr
Kunstuniversität Linz, Domgasse 1, Expostmusik
Juan A. Suárez: Queer Memory in Matthias Müller’s Films

12. Mai 2026, 18.00 Uhr
Kepler Salon, Rathausgasse 5, 4020 Linz
Judith Rauscher: Eingeschlechtliche Gesellschaften und Gewalt in Spekulativer Literatur

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