FWF #ConnectingMinds-Förderung geht an das an der Kunstuni Linz und an der JKU Linz angesiedelte Projekt „Building(s) Tomorrow(s) with Fungi“.
Mit den #ConnectingMinds-Förderungen des Österreichischen Wissenschaftsfonds erforschen gemischte Teams aus Wissenschaft und Praxis Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen. Das an der Kunstuniversität Linz und an der Johannes Kepler Universität Linz angesiedelte Projekt „Building(s) Tomorrow(s) with Fungi“ ist eines der zwei Siegerprojekte der vergangenen Ausschreibung und wird mit einem Teil des Gesamtvolumens von 2,5 Millionen Euro des Fonds Zukunft Österreich gefördert. Im Mittelpunkt steht die Erforschung des gesellschaftlichen Nutzens von Pilzen, u.a. in Architektur, Design und Elektronik.
Die beiden Projekte „Building(s) Tomorrow(s) with Fungi“ (Kunstuni Linz und JKU Linz) und „Adaptation for Just and Sustainable Transitions“ (Universität Wien) konnten sich in der dritten Ausschreibungsrunde in einem mehrstufigen Auswahlverfahren durchsetzen und die internationale Jury überzeugen. Sie werden mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Millionen Euro aus Mitteln des Fonds Zukunft Österreich gefördert. Auf das an der Kunstuni und der JKU Linz angesiedelte Projekt „Building(s) Tomorrow(s) with Fungi“ entfallen rund 1,3 Millionen Euro der Gesamtförderung. Das Projekt läuft von 1. Oktober 2026 bis 30. September 2031.
Im Zentrum des Projekts „Building(s) Tomorrow(s) with Fungi“ stehen zwei Fragen: Was können wir von Pilzen in Bezug auf sozial-ökologische Herausforderungen lernen? Und wie lässt sich dieses Wissen in konkrete technologische und gesellschaftliche Praktiken übersetzen? Im Bereich von Architektur, Design und Elektronik werden myzelbasierte Materialien und Anwendungen entwickelt, die nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft ressourcenschonend produziert und kompostiert werden können.
Künstlerische Strategien tragen dazu bei, gewohnte Sichtweisen zu hinterfragen und in kollaborativen und ergebnisoffenen Prozessen mit Pilzen als Material und Denkmodell zu experimentieren. Ein Mobile Fungi Lab dient als flexibel einsetzbares Labor und Schnittstelle zwischen Kunst, Forschung und Öffentlichkeit. In Workshops, Exkursionen, Ausstellungen und anderen Formaten werden Pilze nicht nur hinsichtlich ihrer biologischen Eigenschaften, sondern auch als Modell für kollaborative Praktiken erfahrbar, die auf Vielstimmigkeit, Teilhabe und kreativem Austausch basieren.
Koordiniert wird das Projekt „Building(s) Tomorrow(s) with Fungi“ von Sarah Kolb (Kunsttheoretikerin und Kuratorin an der Kunstuniversität Linz), während Jutta Strohmaier, Florian Sametinger (beide Kunstuniversität Linz) und Martin Kaltenbrunner (Johannes Kepler Universität Linz) als Konsortiumsmitglieder mitwirken. Zu den Praxisakteur*innen zählen: Forum Umweltbildung, Klimabündnis Österreich, Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie, MyPilz & Wiener Pilzfestspiele, sendance permeable electronics, Österreichische Mykologische Gesellschaft, Mykologische Arbeitsgemeinschaft am Biologiezentrum Linz, Ars Electronica und die Höhere landwirtschaftliche Bundeslehranstalt St. Florian.
Sarah Kolb über das Projekt: „Das Projekt Building(s) Tomorrow(s) with Fungi eröffnet uns die Möglichkeit, gemeinsam mit Akteur*innen aus der Praxis neue Wege für eine sozialökologische Transformation zu erschließen. Ausgehend von unseren Forschungen zu Myzel als Material und Methode verbinden wir wissenschaftliches und gesellschaftliches Wissen durch künstlerische und experimentelle Zugänge, weil wir davon überzeugt sind, dass nachhaltige Lösungen gemeinsame Lernprozesse und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe voraussetzen. Angesichts der sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit bergen Pilze nicht nur großes Potenzial für innovative Materialien und Technologien, sondern öffnen auch neue Perspektiven auf vernetztes Handeln und nachhaltige Formen des Zusammenlebens. Indem wir das Wissen über Pilze in der Gesellschaft stärken, wollen wir Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge schaffen und zukunftsfähige Wege für ein verantwortungsvolles Miteinander aufzeigen.“
Martin Kaltenbrunner, Abteilungsleiter Physik weicher Materie, JKU ist begeistert von dem Projekt: „Wir von Soft Matter Physics freuen uns besonders, mit diesem äußerst multipolaren Projektteam ein breites, viele Gesellschaftsschichten durchdringendes Bewusstsein für nachhaltige Materialien zu schaffen. Unser Part ist die Erforschung und Weiterentwicklung der Mykomaterialien selbst, vom Einsatz als Konstruktionsmaterial bis hin zu “smarten” Systemen wie biologisch abbaubarer Elektronik.“
Weitere Informationen:
www.fwf.ac.at/aktuelles/detail/antworten-mit-verantwortung-neue-connectingminds-projekte-2026-starten
The Lure of Mycelial Space. Sharing Knowledge with/through Mushrooms, Projekt im Rahmen der Konferenz Traversing Topologies, Hochschule Luzern und Biosphäre Entlebuch (CH), 2021 © Jutta Strohmaier
Try Feel Fail. Learn. Think. Play. Observe, Ausstellungsprojekt von Mycelial Space, viktoria Wien, 2023 © Nadine Jochum