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TALK

Vom Ausbeuten und Aufblühen: Queerfeministische Ästhetiken gegen Extraktivismus

11. Jänner 2027, 16.15 bis 17.45 Uhr ONLINE

Die Abteilung Ästhetik und Pragmatik lädt im Rahmen der Ringvorlesung Gender|U zum Vortrag von Irene Schütze ein.

Die Ringvorlesung findet online statt: zoom-Link zur Teilnahme

Der Vortrag befasst sich mit queerfeministischen Eco-Art-Projekten, die sich gegen Extraktivismus wenden. Massiver Abbau von Rohstoffen, industrielle Land- und Forstwirtschaft sowie Energiegewinnung im großen Stil bedrohen lokale und indigene Gemeinschaften besonders im Globalen Süden. Häufig sind Frauen und marginalisierte Gruppen von diesen Formen der (post-)kolonialen Naturausbeutung, die Lebensgrundlagen und -bedingungen verschlechtern oder zerstören, besonders betroffen. Einige Künstler*innen haben queerfeministische Ästhetiken entwickelt, die auf fluide ökologische Konzepte anstelle von trennenden, westlich-akademischen Kategorisierungen der Natur setzen. Ihre künstlerischen, oftmals partizipativen Arbeiten vermitteln so Erfahrungen und spezifisches Wissen, stärken die lokalen Gemeinschaften und unterstützen nicht selten einen politischen feministischen Aktivismus gegen Extraktivismus.

Prof. Dr. Irene Schütze ist außerplanmäßige Professorin im Bereich Kunstbezogene Theorie an der Kunsthochschule Mainz. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die sogenannte Eco-Art, die sich mit ökologischen Themen auseinandersetzt. Sie ist Mitglied im DFG-Netzwerk Transökologien: Gegenwartskunst im Kontext der Klimakrise. Zusammen mit Christiane Heibach und Angela Krewani gibt sie die Reihe Ökologie – Kultur – Gesellschaft im Nomos-Verlag heraus.

Organisiert von Kerstin Brandes (Universität Bremen), Linda Hentschel (Kunsthochschule Mainz), Thari Jungen (Kunstuniversität Linz), Friederike Nastold (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und Julia Reichenpfader (Studienprogramm Q+, JGU). Die Ringvorlesung mit dem Schwerpunkt Gender (seit dem WiSe 2021/22 etabliert) geht aus einer Kooperation des Studienprogramms Q+ der JGU Mainz und der Kunsthochschule Mainz hervor. Anliegen ist es, einen Einblick in die wissenschaftlichen Arbeiten von Lehrenden unterschiedlicher Disziplinen zu geben, die sich mit der Kategorie Gender auseinandersetzen.
 

Im Wintersemester 2025/26 findet die sechste Ringvorlesung zu intersektionalen Perspektiven auf Geschlechterkonstruktionen statt. Dieses Mal widmen sich die Vorträge den Verschränkungen von Gender und Ökologien. Die Online-Ringvorlesung fragt aus einer kritischen Perspektive nach den Verhältnissen zur Mit-Welt und versammelt machtkritische, rhizomatische, queere, dekoloniale und antifaschistische Perspektiven auf Ökologien. Dabei werden ökologische Krisen als eng mit sozialen Ungleichheiten verflochten verstanden und danach gefragt, wie gerechte und nachhaltige Zukünfte intersektional gedacht werden können.

Wir freuen uns auf den Austausch!

Plakat.pdf

Programm

02.11.2026 | Nanna Heidenreich | Natur, Territorium und Grenzen. Aktuelle Prozesse der Faschisierung

09.11.2026 | Giovanni Aloi | Against the Lawn: Gender, Soil and Subversion

16.11.2026 | Asmae Ourkiya | Queer, Decolonial, and de-essentialized Ecofeminist Reflections on Gender and Nature

23.11.2026 | Anne Sudrow | Forschen für den Öko-Landbau der SS: Frauen auf der ‚Plantage‘ des Konzentrationslagers Dachau

07.12.2026 | Diana Hummel | Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik

14.12.2026 | Ilka Becker | „Our kind multiplies“. (Queer-)Feministische Mykoästhetiken in der zeitgenössischen Kunst

11.01.2027 | Irene Schütze | Vom Ausbeuten und Aufblühen: Queerfeministische Ästhetiken gegen Extraktivismus