Erasmus+ Personalmobilität zu Lehrzwecken
Mobilität durchgeführt an folgender Universität / Institution | Mobility carried out at the following university / institution: HOCHSCHULE FUER GRAFIK UND BUCHKUNST LEIPZIG / ACADEMY OF FINE ARTS
Zeitraum | Duration of stay: 19. Mai bis 22. Mai 2026
Abteilung an der Kunstuniversität | Department at the University of Arts Linz: Bildende Kunst und Kulturwissenschaften, Malerei und Grafik
Meine Erfahrungen / Mehrwert / Ergebnis der Mobilität | My experience / added value / outcome of the mobility:
Die Erasmus Mobilität an der HGB Leipzig war für mich eine sehr bereichernde persönliche und fachliche Erfahrung. Besonders interessant war es, meine künstlerische und fotografische Praxis in einem anderen institutionellen Kontext zu vermitteln und zu sehen, wie die Studierenden und Lehrenden auf den analogen Prozess der Cyanotypie reagierten.
Sehr erfreulich war die große Offenheit und Neugier der Lehrenden vor Ort. Sie waren intensiv in den Prozess eingebunden, begleiteten den Workshop nicht nur organisatorisch oder beobachtend, sondern setzten teilweise selbst Arbeiten um. Dadurch entstand ein lebendiger Austausch auf mehreren Ebenen: zwischen Studierenden, Lehrenden und mir als Gastlehrender.
Auch die konzentrierte Arbeitsatmosphäre während der drei Tage war für mich sehr positiv. Es war spürbar, dass das Verfahren für viele Beteiligte nicht nur technisch interessant war, sondern auch neue künstlerische Fragestellungen eröffnete. Für mich war besonders wertvoll, den eigenen Lehransatz in einem neuen Umfeld zu erproben und dabei andere Perspektiven auf fotografische Prozesse, Materialität und Vermittlung kennenzulernen.
Besonders schön war auch die herzliche Aufnahme durch die Kolleg*innen an der HGB sowie die Möglichkeit, nicht nur die Lehrenden, sondern auch die Studierenden, ihr Denken, ihre Arbeitsweisen und ihre Perspektiven näher kennenzulernen. Diese Begegnungen und Gespräche werden mir ebenfalls in sehr guter Erinnerung bleiben.
Mehrwert und Ergebnisse | Added value and results:
Im Rahmen der Erasmus+ Mobilität konnte ein dreitägiger Workshop zur Cyanotypie an der HGB Leipzig umgesetzt werden. Dabei wurde ein historisches analoges fotografisches Verfahren vermittelt, das an der HGB in dieser Form bislang nicht regelmäßig Teil der Lehre war. Der Workshop verband eine Einführung in die technischen, historischen und künstlerischen Grundlagen mit einer unmittelbaren praktischen Umsetzung.
Die Studierenden konnten den gesamten Prozess kennenlernen und selbst erproben – von der Vorbereitung und Beschichtung des Materials über die Belichtung bis zur Entwicklung der Bilder. Dadurch wurden fotografische, materialbezogene und prozessuale Kompetenzen erweitert. Gleichzeitig eröffnete der Workshop neue Zugänge zu analoger Bildproduktion im Kontext zeitgenössischer künstlerischer Praxis.
Als konkrete Ergebnisse entstanden eigene Arbeiten der Studierenden, die aus dem unmittelbaren Umgang mit Licht, Material, Zeit und chemischem Prozess hervorgingen. Die positive Resonanz zeigte, dass historische fotografische Verfahren weiterhin ein großes Potenzial für die aktuelle künstlerische Lehre haben. Die Rückmeldungen zeigten, dass das Verfahren für viele Beteiligte eine wichtige Ergänzung zur bestehenden Lehre darstellte. Gerade die Verbindung von historischem fotografischem Wissen, handwerklicher Praxis und künstlerischer Experimentierfreude wurde als besonders produktiv wahrgenommen.
Die Mobilität führte damit nicht nur zu konkreten künstlerischen Ergebnissen im Rahmen des Workshops, sondern stärkte auch die fachliche Verbindung zwischen den beiden Institutionen und eröffnete Anknüpfungspunkte für weiteren Austausch, mögliche zukünftige Kooperationen.
Message an Kolleg*innen | Message to the colleagues:
Ich kann Kolleg*innen der Kunstuniversität Linz eine Erasmus+ Mobilität sehr empfehlen, besonders dann, wenn sie die Möglichkeit bietet, an einem Ort zu lehren oder zu arbeiten, der für das eigene Fachgebiet eine besondere Bedeutung hat. Für mich war die HGB Leipzig ein solcher Ort: eine Kunsthochschule mit einer wichtigen fotografischen Geschichte, mit prägenden Lehrenden und Absolventinnen sowie einer bis heute sehr lebendigen Auseinandersetzung mit Fotografie.
Es war für mich sehr bereichernd, diesen Ort nicht nur zu besuchen, sondern für einige Tage aktiv Teil des Lehr- und Arbeitszusammenhangs zu sein. Gerade durch das gemeinsame Arbeiten mit Studierenden entsteht ein direkter Austausch, der über einen reinen Besuch oder eine institutionelle Begegnung hinausgeht. Man lernt andere Lehrsituationen, andere Fragestellungen und andere künstlerische Zugänge kennen und bringt zugleich die eigene Praxis in einen neuen Kontext ein.
Die Mobilität hat mir gezeigt, wie produktiv ein kurzer, intensiver Austausch zwischen Kunstuniversitäten sein kann, wenn er direkt an künstlerische Praxis und gemeinsame Arbeit mit Studierenden angebunden ist. Für Kolleg*innen kann eine solche Mobilität daher nicht nur eine Möglichkeit zur internationalen Vernetzung sein, sondern auch eine Gelegenheit, die eigene Lehre zu reflektieren, neue Impulse mitzunehmen und fachliche Beziehungen nachhaltig zu vertiefen.