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TIME OUT .14

Ausstellungsreihe DES Ars Electronica Center & DER Kunstuniversität

TIME OUT .14: shards of a looking glass / Egemen Karaaslan (AT)

2. Juni bis 19. Juli 2026
Ars Electronica Center


Was bewegt junge Medienkünstler*innen heute? 
Welche Themen sind ihnen wichtig und welche Ausdrucksformen wählen sie, um mit dem Publikum zu kommunizieren? 

Bereits zum 14. Mal werden aktuelle Arbeiten von Studierenden der Abteilung Zeitbasierte und Interaktive Medienkunst der Kunstuniversität Linz im Ars Electronica Center gezeigt. 

Seit 2013 ermöglicht das Ausstellungsformat TIME OUT jungen Medienkünstler*innen, die an der Kunstuniversität Linz studieren, ausgewählte Werke im Ars Electronica Center zu präsentieren.

Auch in der 14. Edition wird die Vielfalt der Studienrichtung Zeitbasierte und Interaktive Medienkunst sichtbar: Die 14 neuen Arbeiten von Künstler*innen aus 8 Ländern, spannen einen Bogen von Klangkunst über unkonventionelle Videoformate und interaktive Installationen bis hin zu anspruchsvollen Performances, die bei der Eröffnung am 2. Juni im Deep Space 8K gezeigt werden. 

ars.electronica.art/center/de/events/eroeffnung-time-out-14

 

Ariathney Coyne, Remo Stuflesser, Kotryna Kuraityte, Francine Belinga, Pauline Hübner, Maxemilian van der Meer, Anja Stiftinger, Nathalie Kronberger, Jingwen Luo, Elena Jäger, Egemen Karaaslan, Francisca Friedrich, Lena Isabella Deisenberger, Elizaveta Belkevich, Daniel Hans Walter, Daryna Stohnii

Interaktive Arbeiten
Zeitbasierte und Interaktive Medienkunst, 2026
 

Performances zur Ausstellungseröffnung
 

Love Letters (in a Deep Space)

Ariathney Coyne
Performance | Deep Space 8K

Love Letters ist eine fortlaufende Performance, die von Bewegung, Sprache und audiovisuellen Elementen getragen wird. Mit zwei Stimmen, aber einem Körper wird der innere Dialog der Darstellerin hörbar und enthüllt die Geschichte eines Liebesbriefes und seines Verschwindens. Dabei entsteht eine spielerische Dokumentation dessen, wie es sich anfühlt, ein Mensch zu sein. Tanz, komödiantische Dialoge, melancholische Melodien und visuelle Elemente werden zu einer Collage zusammengefügt, um Ihnen eine Sammlung von Liebesbriefen zu präsentieren: Love Letters (in a Deep Space).

Keeping The Light On, An Anti-Capitalistic Performance

Remo Stuflesser, Kotryna Kuraityte, Francine Belinga (odetofear)
Performance | Deep Space 8K

Keeping the light on, an anitcapitalistic performance ist ein Projekt, inspiriert von Laurie Andersons O Superman. Es thematisiert die negativen Auswirkungen des Kapitalismus auf unseren Planeten und unsere Gesellschaft und arbeitet mit Licht, Poesie, Musik, Tanz und Technologie. Der Künstler Remo Stuflesser trägt sein Gedicht auf der Bühne vor und erschafft gemeinsam mit der Tänzerin Kotryna Kuraityte und der Musikerin Francine Belinga (odetofear) eine immersive Geschichte, die unsere Imagination für eine bessere Zukunft anregt. 

ausgestellte Arbeiten

LARVA 

Pauline Hübner (AT)

LARVA ist ein abstrakter Video-Loop, in dem verschiedene Materialien wie Papier, Textil und Gummi unter einem Mikroskop scheinbar zum Leben erwachen. Die verschiedenen Klangkulissen mischen mechanische und unnatürliche Geräusche mit Klängen der Natur, um eine überirdisch-wirkende Szenerie zu kreieren. Das Widerliche als auch das Schöne an den Bildern wird im Sound nochmal reflektiert.

Transcendental Strings

Maxemilian van der Meer (DE)

Transcendental Strings is an interactive sound installation featuring strings stretched between the floor and ceiling, inviting visitors to play music and experiment together.

Inspired by musical rituals, the artwork breaks down the basic form of a harp into several groups of instruments that can be played together, thereby transforming a single structure into a musical ensemble.
Plucking a string activates a specially developed photoelectric sensor, from which both a digital signal and the sound of the vibrating string can be captured. Each group of strings has its own digital effects chain, allowing several distinct instruments to emerge from the shared fundamental tone of the nylon string.

Technical support: Holunder Heiß

City Soundscape

Anja Stiftinger (AT)

City Soundscape ist ein geometrischer Körper aus zwölf hexagonalen Flächen, die durch ihre visuelle Form und Klangtextur jeweils einen bestimmten Ort in Linz repräsentieren.

Diese Flächen sind von einem schwarzen, 3D-gedruckten Rahmen umschlossen, sechs dazwischenliegende quadratische Segmente agieren als Verbindungselemente. Jede hexagonale Seite ist von den architektonischen oder materiellen Gegebenheiten ihres jeweiligen Ortes abgeleitet und überträgt räumliche Merkmale in eine taktile und visuelle Sprache.
Das Werk lädt zur Interaktion ein: Indem Betrachtende sich nähern und ihre Hände auf die Oberflächen legen, können sie die darin eingebettete akustische Dimension tiefergehend erkunden. Die Feldaufnahmen – jeweils vor Ort entstanden – reagieren dynamisch auf Nähe und Berührung und werden lauter, je stärker die Interaktion ist. Möglich wird dies durch kapazitive Berührungssensoren, die die Leitfähigkeit des menschlichen Körpers erfassen.

Technical Support: Joseph Knierzinger
Provision of Recording Gear: Daniel Walter
Special thanks to Terézia Kerling and the entire team in charge of the Limonistollen (Limoni tunnels).

Who is jumping, Jack?

Nathalie Kronberger (AT)

Who is jumping, Jack? ist eine interaktive kinetische Installation, die die Armbewegungen der Besucher*innen in mechanische Abläufe umwandelt. Die Bewegungen werden in Echtzeit erfasst und an servogesteuerte Korkenzieher gesendet. Dadurch entsteht eine unmittelbare physische Reaktion auf die Handlung der Besucher*innen.
Unter der spielerischen Oberfläche zeigen sich Wiederholung, Disziplin und Kontrolle – Bewegungen werden Teil eines Systems, in dem Rollen verteilt und Fäden unsichtbar gezogen werden. Wer ist der Hampelmann, wer der Strippenzieher?

Comments

Jingwen Luo (CN)

Die Installation visualisiert die psychologischen Auswirkungen verbaler Gewalt und macht auf die unsichtbaren Schäden durch Cybermobbing aufmerksam. Dazu werden positive und negative Kommentare aus sozialen Medien auf Karten gedruckt, die jeweils mit einem QR-Code verknüpft sind.
Beim Scannen wird die zugehörige Audioaufnahme abgespielt. Gleichzeitig beeinflusst der Ton ein partikelbasiertes, auf einem Monitor dargestelltes visuelles Modell, dessen Erscheinungsbild sich verändert, je nachdem, ob der Kommentar positiv oder negativ ist.
Technisch nutzt die Installation ein Python-Skript zur Verarbeitung der QR-Codes sowie TouchDesigner für die Audiowiedergabe und die Steuerung des visuellen Modells.

We’re in this tub together

Elena Jäger (DE)

Mikroorganismen umgeben uns, leben in uns und wir beeinflussen uns gegenseitig. Diese Beobachtung lässt sich auf unsere gesamte Umwelt übertragen: Alles ist mit allem verbunden – es gibt kein Handeln ohne Konsequenzen. Unser Umgang miteinander entscheidet über unsere Zukunft.
We’re in this tub together möchte diese Verschränkungen sichtbar machen. Dafür werden VHS-Aufnahmen der Künstlerin und ihres Bruders als Babys mit Found-Footage von Mikroorganismen visuell zufällig verbunden. Die audio-reaktiven Visuals werden auf die Wasseroberfläche einer Babybadewanne projiziert. Der atmosphärische Unterwasser-Sound ermöglicht es, ganz und gar in die Welt in der Wanne einzutauchen.

SoundsLike Joy – The Happy Memory Archive

Remo Stuflesser

SoundsLike Joy untersucht, wie Technologie dazu beitragen kann, Erinnerungen zu bewahren, um sich in herausfordernden Zeiten besser an schöne Momente erinnern zu können. Gerade in belastenden Momenten fällt es dem Künstler schwer, positive Erinnerungen abzurufen; daher erforscht er mithilfe von Technologie, wie sich Freude archivieren und wieder zugänglich machen lässt.
Das Projekt besteht aus einer Tastatur, deren Felder jeweils eine Miniaturfigur tragen. Jede dieser Figuren repräsentiert einen der Vokallaute des Künstlers. Drückt man die jeweilige Taste, wird der entsprechende Laut abgespielt. So lädt die interaktive Klanginstallation dazu ein, über die Klänge eigener Erinnerungen nachzudenken.

shards of a looking glass

Egemen Karaaslan

Egemen Karaaslans Videoinstallation shards of a looking glass basiert auf dem Video looking glass, das in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Terēze Zabarovska entstanden ist. Die Aufnahmen des Kurzfilms bestehen ausschließlich aus Reflexionen, etwa von Fenstern oder Spiegeln, wodurch eine verträumte, melancholische Atmosphäre entsteht.
Die Glasscherben stehen sowohl für die Fragmentierung des „wahren Ichs“ als auch für Selbstreflexion. Durch die Projektion des Videos auf die Scherben entstehen verschiedene Versionen desselben Films. shards of a looking glass kann auf mehreren Ebenen betrachtet werden: Das Video ist auf den bearbeiteten Glasscherben, auf der Oberfläche hinter der Installation und in fragmentierter Form gegenüber den Glasscherben hinter dem Projektor zu sehen.
Video: Terēze Zabarovska & Egemen Karaaslan

HEAST

Francisca Friedrich und Lena Isabella Deisenberger 

HEAST* – benannt nach dem österreichischen Jugendwort des Jahres 2024 – ist eine Videoinstallation auf Basis eines filmischen Österreich-Portraits. Eine neue, KI-generierte Bundeshymne trifft dabei auf die Bilder einer defekten Analogkamera. *Ein Ausdruck von Überraschung, Unglauben oder Dringlichkeit.
Die Installation, basierend auf einem dokumentarischen Experimentalfilm, stellt das Österreich-Narrativ der Hymne infrage und vervielfacht diese mit einer Ansammlung alter Fernsehgeräte wie ein Chor. Umgeben von Kartons kann auf leeren Bierkisten Platz genommen werden – die Gemütlichkeit einer unmittelbar mit Alkohol verknüpften Kultur trifft hier auf Aktenkartons voller struktureller Probleme, die ausgepackt und angepackt werden wollen.
Co-director, director of photography, editor: Francisca Friedrich
Co-director, producer, music: Lena Isabella Deisenberger
Music was produced with the AI software: udio.com
Original text Austrian anthem: Paula Preradović

Paket ist unterwegs

Elizaveta Belkevich (RU)

Bei dieser interaktiven Videoinstallation kann man den Weg eines Pakets durch die stillen, verlassenen Hallen der POSTCITY, dem ehemaligen Postverteilzentrum beim Linzer Hauptbahnhof, verfolgen. Der Bildschirm ist auf einer Roboterplattform montiert, die die Richtung und Geschwindigkeit der Bewegung im Video simuliert. Ziel der Installation ist es, die Atmosphäre dieses Gebäudes einzufangen und zu archivieren, bevor es demnächst abgerissen wird.

METALLY MEADOWS

Daniel Hans Walter (AT)

Metally Meadows ist ein 120 × 120 cm großes Klangobjekt, das ein Grasfeld imitiert. Es besteht aus Metalldrähten, die an Metallplatten befestigt und auf Holzrahmen montiert sind. Berührt oder bewegt man die Drähte auf den Platten, nehmen die eingebauten Kontaktmikrofone die entstehenden Vibrationen auf. Diese werden dann an mehrere DIY-Effektgeräte im Inneren weitergeleitet und schließlich über ein Lautsprecherset ausgegeben.

The Gallery of Context Lost

Daryna Stohnii (UA)

The Gallery of Context Lost ist eine interaktive, virtuelle Ausstellung, entwickelt auf Basis der Unity Game Engine. In diesem Game werden die Grenzen zwischen Spielmechanik und Ausstellungserfahrung ausgelotet.
Besucher*innen können sich frei durch die Ausstellung bewegen, mit Objekten interagieren und die Umgebung aktiv beeinflussen. So hinterfragt das Projekt die passive Rolle der Betrachter*innen im traditionellen
Ausstellungskontext.