Wir benutzen Worte, unsere Stimme, Briefe, Nachrichten, Texte, jeden Tag. Um uns Auszudrücken, uns Vorzustellen, für unsere Rechte einzustehen, oder einfach um uns zu unterhalten. Menschen leben von sozialer Interaktion.
Was tust du aber, wenn dir deine Stimme genommen wird? Wenn du nichts mehr schreiben darfst, dich nicht mit den Menschen außerhalb deiner Zelle unterhalten darfst? Wie teilst du dich mit, wenn du ständig überwacht wirst und nie weißt, wann?
Die Frauen in Hoheneck haben begonnen zu Klopfen. Ganz einfach und gleichzeitig sehr riskant. Denn die Worte, das, was gesagt werden sollte, musste in den kurzen Abschnitten ohne Kontrolle geklopft werden. So konnten sie sich sporadisch unterhalten.
Der Code ist simpel. (A = 1 x Klopfen, B = 2x, C =3x,…)
In meiner Arbeit Klopfen bewege ich mich innerhalb der Gefängnisräume und klopfe einzelne Wörter, die diesen Ort prägen. Auf diese Weise möchte ich selbst erfahren und verstehen können, wie lang ein Wort und wie einsam diese Kommunikation sein kann. Das Video spiegelt die Stimmung und trägt meine Erfahrung aus dem Gefängnis. Die Wörter beschreiben nur ein Bruchteil der Erfahrungen, die die Frauen von Hoheneck durchleben mussten.
Emma Vogel *1999, Fulda (DE), studiert seit 2024 den Master Architektur – BASEhabitat an der Kunstuniversität Linz.