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VORTRAG

Dis_sensual – A crip choreographer’s re-distribution of the sensible

15. April 2026, 17.00 Uhr Kunstuni Linz, Hauptplatz 8, 4020 Linz (Lecture Hall F - H8.05.03)

Die Professur für Wissensgeschichte und das ERC-Projekt OLFAC laden zur Vorlesung von Michael Turinsky.

Michael Turinsky (Künstler, Wien)
"Mit seiner Vorstellung von Kunst als „Umverteilung des Sinnlichen” hat der Althusser-Schüler Jacques Rancière neue Impulse in die Debatte über das Verhältnis zwischen der Dimension des Ästhetischen und der Dimension des Politischen eingebracht – Impulse, die auch die zeitgenössische Tanztheorie aufgegriffen und auf verschiedene Weise weiterentwickelt hat. Ausgehend von meiner Arbeit als körperlich behinderter Choreograf und unter Bezugnahme auf die von Robert McRuer und Alison Kafer formuliert wurde, werde ich zeigen, wie meine eigene künstlerische Praxis aus einer spezifischen „Crip-Perspektive“ auf Rancières Überlegungen zurückgreift, wobei ich jedes Mal unterschiedliche Schwerpunkte setze. Abschließend werde ich meine jüngste politisch motivierte Hinwendung zu Antonio Gramsci beschreiben und die Frage nach der sinnlichen Dimension dessen aufwerfen, was Gramsci als „senso comune“ und „buon senso“ bezeichnet."

Michael Turinsky ist ein körperlich behinderter Künstler und Theoretiker mit Sitz in Wien. Er arbeitet an der Schnittstelle von zeitgenössischem Tanz und Performance, Behinderung sowie politischer und ästhetischer Theorie. Nach seinem Philosophiestudium an der Universität Wien begann Turinsky 2006, sich intensiv mit der Welt des inklusiven Tanzes zu beschäftigen. Anschließend stellte er das Konzept der Inklusion in Frage und bezeichnete seine künstlerische Praxis, die sich unter anderem mit der widerständigen Materialität des Körpers in Subversionsprozessen auseinandersetzt, als „Crip-Choreografie”. Sein Solo Precarious Moves wurde 2021 mit dem Nestroy-Preis für die beste Off-Produktion ausgezeichnet. Im Jahr 2023 erhielt er den Preis für herausragende Künstler des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, den öffentlichen Dienst und Sport.

 

Alle Termine der Vortragsreihe “The Senses in Performance”: 

11. März 2026
Introduction by OLFAC – Silke Felber, Freda Fiala and Julia Ostwald

25. März 2026
320 GB im Rucksack – der physische Aspekt digitaler Kunst über Gletscher
Tina Frank (Visual Communication, University of Arts Linz) &
Alexis Dworsky (Media Design, University of Arts Linz)

15. April 2026
Dis_sensual – A crip choreographer’s re-distribution of the sensible
Michael Turinsky (Artist, Vienna)

22. April 2026
Performing Snakes in Modernity and Today
Nicole Haitzinger (Dance Studies, University of Salzburg) &
Christina Gillinger (Tanzquartier Vienna TQW)

29. April 2026 
Lingering with Bass (2024, Steve McQueen)
Ulrike Hanstein (VALIE EXPORT Center, University of Arts Linz)

6. Mai 2026
Sinn für Unlösbares
bankleer – Karin Kasböck & Christoph Maria Leitner

13. Mai 2026
Mimi o Sumasu – the Very Act of Listening
Mia Yoshida (Artistic Research and Head of the Zentrum Fokus Forschung, University of Applied Arts Vienna)

20. Mai 2026
Tasting skin. On chilis and chills
Karin Harrasser (Cultural Studies, University of Arts Linz and Director of
ifk – International Research Center for Cultural Studies)

27. Mai 2026
Olfactory Violence and the Freedom to Speak: Stink Bombs in Interwar Europe
William Tullett (Early Modern History, University of York)

3. Juni 2026
Sensing the Atmospheres of Painters’ Studios in Nineteenth-Century France
Erika Wicky (Olfactions, Université Grenoble Alpes)

10. Juni 2026
Hee-Hawing Democracy: Somatic Articulations Beyond the Logos - Inhalt folgt
Bettina Wuttig (University of Marburg)

17. Juni 2026
Greetings from the Swamp
Maria Nalbantova (Artist, Sofia)

24. Juni 2026
A loving ear – toward a poetic ecology of feeling
Brandon LaBelle (Independent Researcher, Berlin)