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VORTRAG

Forschen für den Öko-Landbau der SS: Frauen auf der ‚Plantage‘ des Konzentrationslagers Dachau

23. November 2026, 16.15 bis 17.45 Uhr ONLINE

Die Abteilung Ästhetik und Pragmatik lädt im Rahmen der Ringvorlesung Gender|U zum Vortrag von Anne Sudrow  ein.

Die Ringvorlesung findet online statt: zoom-Link zur Teilnahme

Das SS-Unternehmen „Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung“ in Dachau war in den Jahren des Zweiten Weltkriegs das wichtigste Forschungszentrum auf dem Gebiet der ökologischen Land- und Gartenwirtschaft in Deutschland. Von den Häftlingen, die dort Zwangsarbeit verrichten mussten, wurde es auch „Plantage“ genannt. Eine Besonderheit der Anlage war der große Anteil von Frauen in Führungspositionen. Der Vortrag zeichnet die Geschichte dieser Forscherinnen im Männer-KZ Dachau nach und fragt, welche Funktionen sie dort ausübten, welche Handlungsspielräume sie hatten und an welchen Forschungsthemen sie arbeiteten. Welche Karrieren verfolgten sie mit dem im KZ erworbenen Wissen nach 1945?

Anne Sudrow wurde nach dem Studium der Geschichte in Berlin und Lyon (Frankreich) sowie Forschungsaufenthalten in Großbritannien und den USA 2009 an der Technischen Universität München promoviert. Ihre Dissertation „Der Schuh im Nationalsozialismus. Eine Produktgeschichte im deutsch-britisch-amerikanischen Vergleich“ wurde mit dem Hedwig-Hintze-Preis des Deutschen Historikerverbandes ausgezeichnet. Von 2010 bis 2018 war Sudrow am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam tätig. Dort leitete sie ein Forschungsprojekt zur ArbeiterInnen-Selbstverwaltung von gewerblichen Betrieben in der westeuropäischen Wirtschaftsgeschichte nach 1945. Von 2021 bis 2023 forschte sie an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu WissenschaftlerInnen dieser Akademie in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie lehrte u.a. an der TU Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und zuletzt als Gastprofessorin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Neueste Publikationen: Heil Kräuter Kulturen. Die SS, die ökologische Landwirtschaft und die Naturheilkunde im KZ Dachau, Göttingen 2025; Saat der Gewalt. Der „Kräutergarten“ in Dachau seit 1945, Göttingen 2025
 

Im Wintersemester 2025/26 findet die sechste Ringvorlesung zu intersektionalen Perspektiven auf Geschlechterkonstruktionen statt. Dieses Mal widmen sich die Vorträge den Verschränkungen von Gender und Ökologien. Die Online-Ringvorlesung fragt aus einer kritischen Perspektive nach den Verhältnissen zur Mit-Welt und versammelt machtkritische, rhizomatische, queere, dekoloniale und antifaschistische Perspektiven auf Ökologien. Dabei werden ökologische Krisen als eng mit sozialen Ungleichheiten verflochten verstanden und danach gefragt, wie gerechte und nachhaltige Zukünfte intersektional gedacht werden können.

Wir freuen uns auf den Austausch!

Plakat.pdf

Programm

02.11.2026 | Nanna Heidenreich | Natur, Territorium und Grenzen. Aktuelle Prozesse der Faschisierung

09.11.2026 | Giovanni Aloi | Against the Lawn: Gender, Soil and Subversion

16.11.2026 | Asmae Ourkiya | Queer, Decolonial, and de-essentialized Ecofeminist Reflections on Gender and Nature

23.11.2026 | Anne Sudrow | Forschen für den Öko-Landbau der SS: Frauen auf der ‚Plantage‘ des Konzentrationslagers Dachau

07.12.2026 | Diana Hummel | Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik

14.12.2026 | Ilka Becker | „Our kind multiplies“. (Queer-)Feministische Mykoästhetiken in der zeitgenössischen Kunst

11.01.2027 | Irene Schütze | Vom Ausbeuten und Aufblühen: Queerfeministische Ästhetiken gegen Extraktivismus