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WORKSHOP

Ungeheure Gelände. Mehr-als-menschliche Erinnerungsarbeit vor Ort

23. - 25. September und 13. - 15. Oktober 2026 Ruhr-Universität Bochum und Kunstuniversität Linz

23.-25. September 2026 an der Ruhr-Universität Bochum, Raum-Labor der Fakultät für Philologie
13.-15. Oktober 2026 an der Kunstuniversität Linz, Glashörsaal D (5.OG), Hauptplatz 6 

Ein Dialogworkshop zwischen dem Co.Lab Erinnerungsarbeit·ästhetisch-politische Praktiken, der Abteilung für Ästhetik und Pragmatik audiovisueller Medien und der Professur für vergleichende Literaturwissenschaften der Universität Wien.

Der Workshop »Ungeheure Gelände« stellt zwei Industriestandorte in den Fokus, die auf sichtbare und unsichtbare Weise von massiven menschlichen Eingriffen geprägt sind: Die Landschaften von Linz und Bochum weisen Spuren vielfältiger Gewaltgeschichten auf. Sie lassen sich deshalb als stille, oftmals übersehene Archive vergangener Gewalt verstehen. Ausgehend von der Frage, welche materiellen Formen das Erinnern an diesen Orten (nicht) annimmt und in welchen Weisen sich das Vergessen materialisiert, wenden wir uns im Workshop u.a. den Stollen, Schlackebergen und Steinbrüchen zu, die als Zeugnisse von Zwangsarbeit fungieren, den Fluss- und Waldlandschaften in die sich Spuren von Kriegsverbrechen eingeschrieben haben oder auch den Böden, die durch die industrielle Nutzung verwüstet und verunreinigt sind. 

Anhand solcher und weiterer Geländeformen möchten wir im Workshop diskutieren, inwiefern diese mehr-als-menschlichen Materialisierungen dazu beitragen, dass Vergangenheiten (nicht nur) an diesen Orten gegenwärtig bleiben, sondern auch die Zukunft beeinflussen. Die Tagung soll Gelegenheit bieten der Frage nachzugehen, ob sich solche Gelände als sedimentierte Ausdrucksformen kollektiver Erinnerungen verstehen lassen und in welcher Hinsicht sich deren Wirkung bis in gegenwärtige gesellschaftliche Aushandlungsprozesse fortsetzt. Weiters erscheint es uns relevant zu untersuchen, ob sich diese Terrains als räumliche Gedächtnisspeicher menschlicher Gewalt verstehen lassen und welche epistemischen, politischen und kulturellen Konsequenzen sich daraus ergeben. Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, zu welchen Formaten und Praktiken des Erinnerns und Archivierens uns solche Orte herausfordern.

Um gemeinsam zu untersuchen, wie diese uns oftmals ungeheuren Gelände wahrgenommen und erzählt werden können, bringen wir in Bochum und Linz Autor*innen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zusammen. Damit möchte der interdisziplinär organisierte Arbeitsworkshop zu einer Begriffs- und Konzeptdiskussion beitragen, die aktuell hinsichtlich eines mehr-als-menschlichen Archivbegriffes virulent geführt wird.

Organisation:  
Solvejg Nitzke (Universität Wien)
Thari Jungen (Kunstuniversität Linz)
Kontakt: medienaesthetik@kunstuni-linz.at

Tagungsprogramm.pdf
Info Barrierefreiheit.pdf