Projektleiterin: Sen. Sct. Dr. Sarah Kolb (Co.Lab Mycelial Space, Institut für Kunst und Bildung)
Projektteam: Konsortiumsmitglieder: Univ.-Prof. DI Martin Kaltenbrunner (JKU Soft Materials Lab, Johannes Kepler Universität Linz), Univ.-Prof. Dr. Florian Sametinger (Abteilung für Designtheorie und Designforschung, Institut für Design), Univ.-Prof. MMag. Jutta Strohmaier (Abteilung für Kunst und Gestaltung & Co.Lab Mycelial Space, Institut für Kunst und Bildung) / PhD Projekte: BSc MArch Jitka Effenberger (JKU Soft Materials Lab, Johannes Kepler Universität Linz), Mag. art. Nikolaus Gansterer (Abteilung für Kunst und Gestaltung, Institut für Kunst und Bildung), Univ.-Ass. DI Flavia Matei (Abteilung die architektur/BASEhabitat, Institut für Design)
Projektpartner*innen: Forum Umweltbildung, Klimabündnis Österreich, Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie, MyPilz & Wiener Pilzfestspiele, sendance permeable electronis, Österreichische Mykologische Gesellschaft, Mykologische Arbeitsgemeinschaft am Biologiezentrum Linz, Ars Electronica, Höhere landwirtschaftliche Bundeslehranstalt St. Florian
Art der Förderung: FWF #ConnectingMinds Projekt
Projektlaufzeit: Oktober 2026 bis September 2031
Institut: Institut für Kunst und Bildung
Pilze sind faszinierende Lebewesen. Durch ihre weitverzweigten Myzelnetzwerke übernehmen sie zentrale Aufgaben in unseren Ökosystemen: In vielfältigen Formen der Symbiose kooperieren sie mit Pflanzen und Tieren, zersetzen organische und anorganische Materialien, bauen Schadstoffe ab und schaffen dadurch fruchtbare Bedingungen für eine Vielzahl von Arten. Damit eröffnen Pilze vielfältige Möglichkeiten für technologische Innovationen und nachhaltige Zukunftsentwürfe.
Ein Team von Forschenden aus Materialwissenschaft, Architektur, Kunst, Design und Pädagogik erschließt dieses bislang wenig genutzte Potenzial von Pilzen aus inter- und transdisziplinärer Perspektive. In enger Zusammenarbeit mit Praxispartner:innen aus Bildung, Kultur, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – darunter Forum Umweltbildung und Klimabündnis Österreich – verbindet das Projekt wissenschaftliches, künstlerisches und gesellschaftliches Wissen, um neue Zugänge zu Myzel als Material und Modell für neue Formen des Zusammenlebens zu entwickeln.
Im Zentrum stehen zwei Fragen: Was können wir von Pilzen für den Umgang mit sozial-ökologischen Herausforderungen lernen? Und wie lässt sich dieses Wissen in konkrete technologische und gesellschaftliche Praktiken übersetzen?
Diesen Fragen widmet sich BFUNGI durch die Verschränkung von Materialforschung, regenerativem Design, künstlerischen Ansätzen und partizipativen Formaten. Im Bereich der Materialforschung werden myzelbasierte Werkstoffe und Anwendungen für Architektur und Elektronik entwickelt, die nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft ressourcenschonend produziert und kompostiert werden können. Künstlerische Zugänge laden dazu ein, gewohnte Sichtweisen zu hinterfragen und in ergebnisoffenen Prozessen neue Perspektiven auf Pilze als Material und Denkmodell auszuloten.
Als Schnittstelle zwischen Kunst, Forschung, Praxis und Öffentlichkeit eröffnet ein Mobile Fungi Lab niederschwellige Räume für gemeinsames Experimentieren und den Austausch zwischen unterschiedlichen Zielgruppen. Horizontale Lernformate beziehen Kinder, Jugendliche und Erwachsene als Expert:innen für Zukunftsfragen mit ein und fördern durch die sinnlichen und ästhetischen Qualitäten von Pilzen ein vertieftes Verständnis ökologischer Zusammenhänge. In Workshops, Exkursionen, Ausstellungen und anderen Formaten werden Pilze nicht nur in Bezug auf ihre biologischen Eigenschaften erfahrbar, sondern auch als Modell für kollaborative Praktiken, die auf Vielstimmigkeit, Teilhabe und kreativem Austausch basieren.
Pilze zeigen Alternativen zu linearem Wachstum, hierarchischen Wissensordnungen und extraktiver Ressourcennutzung auf. Sie machen sichtbar, dass Kooperation und Vernetzung wesentlich zur Resilienz von Ökosystemen beitragen. Indem das Projekt Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft zusammenführt, eröffnet es neue Wege für eine sozial-ökologische Transformation, die nicht allein auf technologische Innovationen, sondern auch auf zukunftsfähige Formen des Miteinander baut.
Kontaktperson: Sen. Sct. Dr. Sarah Kolb / sarah.kolb@kunstuni-linz.at
Weblink: www.fwf.ac.at/forschungsradar/10.55776/CMD1518325 / www.fwf.ac.at/aktuelles/detail/antworten-mit-verantwortung-neue-connectingminds-projekte-2026-starten