26. November 2025, 16.00 Uhr Zürcher Hochschule der Künste, Pfingstweidstrasse 96, Zürich & ONLINE
Vortrag von Nora Landkammer im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunstpädagogische Positionen“
Abteilung Fachdidaktik – Vermittlung – Forschung | Open Lecture von Nora Landkammer an der Zürcher Hochschule der Künste im Rahmen der Ringvorlesung „Kunstpädagogische Positionen“ in Kooperation mit dem Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln sowie der PH Karlsruhe.
Die Ausstellung «Das Kind als Künstler» in der Hamburger Kunsthalle (Lehrervereinigung für die Pflege der künstlerischen Bildung 1898) wird als einer der Auftakte der Kunsterziehungsbewegung erzählt, auf deren Reformideen vieles zurückgeht, was das Selbstverständnis von Kunstpädagogik und -vermittlung heute prägt: kreative Entfaltung und individueller Ausdruck genauso wie eine Skepsis gegenüber Norm und Disziplin. Was dabei wenig Aufmerksamkeit bekommt, ist die Rolle von Objekten aus dem Völkerkundemuseum und Zeichnungen von Erwachsenen aus ethnologischen Publikationen, die der Katalog dokumentiert. Nora Landkammers Recherche geht Abbildungen nach, die aus Karl von den Steinens Reisebericht der 2. Brasilien-Expedition ins obere Xingú-Gebiet entnommen sind. Sie fragt nach der Entstehung der Bilder, nach Gewalt und Widerstand in der Contact Zone, nach der Kolonialität der Kunsterziehungsbewegung, danach, wie Evidenzeffekte für Rekapitulationstheorien intertextuell und interdisziplinär produziert wurden und danach, was wir, hier, jetzt, im Nicht-Passen und Zurück-Zeichnen in den Bildern sehen können.
Am 27. November 2025 fand mit Studierenden des Master Art Education im Rahmen der Lehrveranstaltung von Anna Schürch im Anschluss an den Vortrag ein Workshop statt.
Weitere Infos zur Veranstaltung:
www.zhdk.ch
kunst.uni-koeln.de/lehre/vortragsreihen/kunstpaedagogische-positionen